Wenn ich über Laufschuhe nachdenke, merke ich schnell: Die Suche kann sich wie eine Wissenschaft anfühlen. Jeder Fuß ist anders, jede Strecke, jedes Ziel. In Schorndorf habe ich im Laufe der Jahre viele Paare anprobiert, mit lokalen Läuferinnen und Läufern gesprochen und bei Probetrainings zugeschaut. Hier teile ich meine Erprobten Testkriterien, Tipps für die Anprobe und welche lokalen Angebote du nutzen kannst — inklusive einer kleinen Anleitung für ein Probetraining mit Laufanalyse.

Was wirklich zählt: die wichtigsten Testkriterien

Bevor du in den Laden gehst, überlege dir, was du vom Schuh erwartest. Ich achte dabei auf folgende Punkte, die du dir merken kannst:

  • Körperliche Ziele: Joggen zum Wohlbefinden, Marathonvorbereitung oder Intervalltraining auf dem Sportplatz? Deine Ziele bestimmen die Dämpfung und Stabilität.
  • Laufschuh-Typ: Neutral-, Stabilitäts-, Trail- oder Max-Cushion-Schuhe — jeder Typ hat seine Einsatzbereiche.
  • Passform: Zehenbox (genug Platz), Fersensitz (kein Reiben), Mittelfuß (stabil aber nicht einengend).
  • Sprengung (Drop): Die Differenz zwischen Fersen- und Vorfußhöhe. Niedriger Drop fördert Vorfußlauf, hoher Drop dämpft Ferse stärker.
  • Dämpfung: Mehr ist nicht immer besser. Für lange, gemütliche Läufe mag viel Dämpfung angenehm sein, für Tempotraining ist Reaktionsfreudigkeit hilfreicher.
  • Gewicht: Ein leichter Schuh macht Tempo leichter, ein schwerer kann stabiler wirken.
  • Haltbarkeit und Material: Atmungsaktives Obermaterial, robuste Außensohle für deine üblichen Untergründe.

So probiere ich Laufschuhe an — meine Routine im Laden

Ich gehe nie ohne die Socken oder Einlagen, die ich beim Laufen tatsächlich benutze. Das ist ein Gamechanger. Meine Checkliste im Geschäft ist kurz und effektiv:

  • Probiere mehrere Modelle und Größen (mindestens eine halbe Nummer größer als Straßenschuhe).
  • Binde den Schuh so, wie du es beim Laufen tun würdest.
  • Stehe, gehe und, wenn möglich, laufe ein paar Schritte im Laden. Achte auf Blasenstellen oder Druck im Vorfuß.
  • Teste den Fersensitz: Halte die Ferse und wackle mit dem Fuß — die Ferse sollte nicht rutschen.
  • Beurteile den Komfort nach 5–10 Minuten: Ein Schuh, der sich sofort schlecht anfühlt, wird nicht besser.

Welche Laufschuh-Typen passen zu welchen Läuferinnen und Läufern?

Typ Eigenschaften Für wen Markenbeispiele
Neutral Ausgewogene Dämpfung, flexibel Natürliche Pronation, Allround-Läufer Brooks Ghost, Nike Pegasus, Saucony Ride
Stabilität Unterstützung für Überpronation Läufer mit Fußabrollung nach innen Asics Kayano, Brooks Adrenaline
Trail Grip und Schutz, robust Wald- und Trail-Läufer Hoka Speedgoat, Salomon Speedcross
Max-Cushion Sehr viel Dämpfung, komfortabel Lange Dauerläufe, Regeneration Hoka Clifton, Nike Vomero

Lokale Anlaufstellen in und um Schorndorf

In Schorndorf lohnt es sich, in ein Fachgeschäft zu gehen. Dort bekommt man nicht nur Schuhe, sondern vor allem Beratung. Ich empfehle folgende Anlaufpunkte (bitte aktuell Öffnungszeiten prüfen):

  • Das Laufschuh-Fachgeschäft in der Innenstadt: Profis, die auf Laufanalyse setzen — oft mit Tretstudio oder Laufbandanalyse.
  • Sportgeschäfte mit Laufabteilung: Gute Auswahl an Marken wie Asics, Brooks, Hoka, On.
  • Orthopädie-Schuhtechnik: Wenn du individuelle Einlagen brauchst, lohnt ein Besuch hier.
  • Second-Hand- oder Outlet-Stores: Für junge Läuferinnen und Läufer mit kleinem Budget eine gute Option.

Ich spreche oft mit den Verkäuferinnen und Verkäufern vor Ort — ihre Erfahrung ist Gold wert. Frag nach einer Laufbandanalyse oder mindestens einer Videoanalyse deines Laufstils.

Mein Ablauf für ein Probetraining mit Laufanalyse

Wenn du ernsthaft testen willst, mache ein kurzes Probetraining mit Laufanalyse. So habe ich’s oft gemacht:

  • Warm-up: 10 Minuten lockeres Joggen, um den Bewegungsablauf zu stabilisieren.
  • Videoanalyse: Seitliche und hintere Aufnahme im Schritt- und Laufschritt. Achte auf Fußaufsatz, Kniebewegung und Hüftalignment.
  • Testläufe: Zwei bis drei Kilometer in verschiedenen Tempi (Regenerationslauf, Tempopassagen).
  • Feedbackgespräch: Was fiel auf? Überpronation? Kurzfristiger Fersenaufsatz? Beratung zu Einlagen oder anderem Modell.

Ich notiere mir nach jedem Test die Eindrücke: Wie reagiert der Schuh beim Abrollen, wie fühlt sich die Oberschenkelmuskulatur an, gibt es Unregelmäßigkeiten? Diese Notizen helfen bei der Entscheidungsfindung.

Tipps fürs weitere Vorgehen

  • Kaufe nicht am selben Tag dein erstes Gefühl, wenn du unsicher bist — schlafe eine Nacht darüber.
  • Wechsele nicht zu oft das Modell. Ein Schuh braucht 50–100 Laufkilometer, um sich einzulaufen und seine Eigenschaften zu zeigen.
  • Behalte Trainingstagebuch und Schmerzen im Blick. Schmerzen sind ein Warnsignal; bei anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen.
  • Wenn du orthopädische Einlagen trägst, nimm sie zur Anprobe mit.

Meine persönlichen Favoriten — abhängig vom Einsatz

Für entspannte Dauerläufe greife ich gern zu Hoka oder Brooks mit mehr Dämpfung. Für Tempoläufe mag ich On Cloudboom oder leichte Nike-Modelle. Bei Trails bevorzuge ich robuste Salomon-Modelle. Marken sind zwar Orientierung, am Ende entscheidet die Passform.

Wenn du möchtest, begleite ich dich beim nächsten Mal in ein Fachgeschäft oder beim Probetraining im Stadion. Gemeinsam finden wir den Schuh, der zu deinem Laufstil und deinen Zielen passt — und machen Schorndorf ein Stück bewegter.